Ein Kuss im Mondschein wird für Maxime, der damals 18 Jahre alt war, zu einem aufschlussreichen Wendepunkt.
Photo: photos Maxime Szturma, Design Lloyd Dunn

Der erste Kuss ist der, den wir uns tausendmal vorgestellt haben. Der, den wir so sehr erhofft haben, manchmal verzweifelt, den wir fast religiös und mit fieberhafter Ungeduld erwartet haben, den wir aber auch gefürchtet haben.

Er hat uns durcheinandergebracht, überrascht, manchmal ein wenig enttäuscht … aber er wird für immer eine wertvolle Erinnerung an unsere zarten Jahre bleiben.

„Mein erster Kuss … war mit einem Mädchen”, erzählt mir Maxime, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen. „Ich war elf Jahre alt und total verrückt nach ihr. Wir trafen uns jeden Tag auf dem Schulhof, um uns heimlich Küsse zu geben. “ Er kann sich ein Lachen nicht verkneifen, während er seine Tasse mit dampfendem Tee füllt. Es war auch sein erster Liebeskummer, als sich ihre Wege trennten, in einer Zeit, in der die Sekundarschule begann. „Ich erinnere mich, dass wir immer wieder das Lied von Juli, Geile Zeit, hörten. Ich war traurig. Ja, ich weiß, es war ’ne geile Zeit! Hey, es tut mir leid, es ist vorbei! Es ist vorbei, es ist vorbei!

Es war die Zeit der Jugend, aber nicht unbedingt die der Unbeschwertheit. Flirts, Freundinnen und Küsse folgten aufeinander, und die ersten Zweifel kamen auf.

„Ich verstand nicht, warum meine Freunde so besessen von Mädchen waren. Sie hatten nicht die gleiche Wirkung auf mich, und ich wusste nicht, warum.“ Mit großen Gabelstichen macht er sich über ein riesiges Stück Karottenkuchen her. Als er einen Bissen herunter schluckt, wird sein Blick ernster. „Ich verdrängte meine Anziehung zu Jungen. Es war für mich unvorstellbar, schwul zu sein!“

Unter dem Sternenhimmel 

Zwischen Zweifeln und Ablehnung kämpft der knapp 18-Jährige allein gegen sich selbst. Bis zu dem Tag, an dem er beschließt, Klarheit zu schaffen!

„Ich habe über eine Dating-App einen Jungen kennengelernt“, erinnert sich Maxime.

„Wir trafen uns heimlich im Mondschein, mitten in der Nacht, auf einem Spielplatz. Niemand durfte uns sehen.” Ein entscheidendes Treffen, denn es war das erste Mal, dass Maxime in Worte fasste, was ihn schon so lange quälte. „Er war der erste Mensch, dem ich sagte, dass ich schwul bin, oder zumindest dachte, es zu sein. Er war ein aufmerksamer und fürsorglicher Junge. Wir haben in dieser Nacht viel geredet, und das hat mir sehr gut getan.”

Er trinkt ein paar Schlucke Tee, bevor er mit seiner Erzählung fortfährt, nicht ohne einen Hauch von Nostalgie in der Stimme. „Er brachte mich mit dem Auto nach Hause, und da haben wir uns geküsst. Es war so aufregend, aber auch so anders. Ich hatte gerade ein außergewöhnliches und einzigartiges Gefühl entdeckt, das ich beim Küssen eines Mädchens nie empfunden hatte. Es war wie ein Aha-Erlebnis. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich schwul bin.”

Steckbrief

Vorname: Maxime
Nachname: Szturma
Geburtsjahr: 1994
Sternzeichen: Waage
Beruf: Sportlehrer
Beziehungsstatus: Single
Erster Kuss mit einem Jungen: im Alter von 18 Jahren

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